Anfrage von Herrn C. Rensinghoff über facebook

An alle Kandidaten, die zur Landtagswahl für die Stadt Witten in den Landtag einziehen oder bleiben wollen: Für meine Wahlentscheidung ist es ein Anliegen von mir, der ich ein Bürger mit einer Behinderung aus Witten bin, zu erfahren wie Ihre behindertenpüolitischen Themen, Ideen, Vorhaben o.ä. aussehen. Welche Perspektiven haben Menschen mit Behinderung aus Witten, wenn Sie Mitglied des Landtags sind?

Hallo Herr Rensinghoff, hier ist die Antwort der Direktkandidatin Wahlkreis EN II Witten/Herdecke Ulla Weiß für DIE LINKE:

Aus meiner Sicht ist die UN-Konvention für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen in Deutschland unverzüglich und umfassend umzusetzen. Dies ist auch Aufgabe des Landes NRW.

Ich werde mich dafür einsetzen, dass in den Schulen ein gemeinsamer Unterricht von Schüler*innen mit und ohne Behinderung möglich wird. Dazu müssen ausreichend LehrerInnen, SozialarbeiterInnen und AssistentInnen eingestellt werden. Die baulichen Voraussetzungen dafür müssen geschaffen werden. Ziel ist es „Eine Schule für Alle“ einzurichten.

In unserem alltäglichen Leben müssen Barrieren abgebaut werden: Z. B. Bordsteinkanten absenken, Treppen mit Rampen anlegen, unverständliche Formulare in leichte Sprache übersetzt werden, etc.

Die Möglichkeiten der Beschäftigung für Menschen mit Behinderungen müssen verbessert werden. Die Transfers zur Arbeit zu Ausbildungsstellen, zur Universität und zur Schule müssen öffentlich finanziert werden. Es müssen Arbeitsplätze in Teilzeit und mit einfache Arbeitarbeitsanforderungen eingerichtet werden. Integrationsbetriebe sollen verstärkt gefördert werden. Die nötigen Ressourcen sollen bereit gestellt werden.

In Pflegeheimen für Menschen mit Behinderungen muss ausreichendes und qualifiziertes Personal für ihre Versorgung angestellt sein. Die Versorgung soll zunehmend ambulantisiert werden.

Für Menschen mit psychischen Behinderungen müssen die ambulanten Angebote der gemeindepsychiatrischen Versorgung möglichst in öffentlicher Trägerschaft ausgebaut werden.

Viele dieser Punkte lassen sich auch in Witten umsetzen. Dazu muss die finanzielle Lage der Stadt Witten verbessert werden. Dies muss durch die Erhöhung der Einnahmen auf Landesebene vorbereitet werden. DIE LINKE hat mehrere Konzepte für eine sozial gerechte Steuerreform vorgelegt. Diese müssten umgesetzt werden.

Die Stadt Witten sollte einen Beirat für Behinderte/Inklusion einrichten.

Mit freundlichen Grüßen

Ulla Weiß

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.